Die Paartherapie bzw. Eheberatung geht davon aus, dass die jeweilige Problematik eine Störung des Beziehungssystems darstellt, also der Art und Weise, wie die Beteiligten miteinander umgehen.

Der Mechanismus dieses Zusammenspiels wird, unter bewusstem Ausschluss der Frage nach Schuld oder nicht Schuld, in der Paartherapie erarbeitet.

Als sehr hilfreich und kurzfristig wirksam hat sich die Einsetzung des „Belohnungsprinzips“ in der Paartherapie erwiesen.

Die Ausgangslage zu Beginn einer Paartherapie ist i.d.R. die, dass sich die Partner deutlich mehr „bestrafen“ als dass sie sich „belohnen“.

Dieses Vokabular mag Sie zunächst irritieren, aber genau das ist das Ergebnis einer Studie, die vor einigen Jahren in den USA durchgeführt wurde. Und: in funktionierenden Partnerschaften überwiegen die Belohnungen gegenüber den Bestrafungen ca. um das 3-fache.

Deshalb stellt dieses Thema einen wichtigen Baustein in der Paartherapie dar. Ist es gelungen, die Bestrafungen überhaupt zu erkennen, wird Schritt für Schritt daran gearbeitet, das ungünstige Belohnungs-Bestrafungs-Verhältnis umzukehren. Hierdurch wird meistens bereits in der Frühphase der Therapie eine deutliche Verbesserung des Klimas in der Partnerschaft erreicht.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Kommunikation in der Partnerschaft. Die Art und Weise, wie miteinander gesprochen (oder auch nicht gesprochen!) wird, beinhaltet natürlich auch wiederum ein großes Belohnungs- und Bestrafungspotenzial (letzteres z.B. in der Art und Weise, wie Konflikte ausgetragen werden). Insofern sind diese beiden Themenschwerpunkte eng miteinander verknüpft.

Abgesehen von diesen grundsätzlichen Dingen, die in jeder Paartherapie Thema sind, muss natürlich immer auch Raum gegeben sein für individuelle Problematiken und Konfliktherde. Diese zu bearbeiten und für alle Beteiligten akzeptable Lösungen zu finden, sollte Bestandteil jeder Paartherapie bzw. Eheberatung sein.